50er Jahre Bluse in zwei Variationen

Ich pflege die Angewohnheit mir in jedem Urlaub etwas zu kaufen, dass mich dann immer bei Benutzung an die schöne Zeit erinnert. Es sind nicht immer Klamotten, oft auch Vasen, Geschirr, Bilder, schöne Dinge eben. Der letzte Urlaub ging nach Holland und brachte mir diesen wunderschönen Tellerrock, den ich in einem kleinen 50ies Laden entdeckt habe. Nun musste nur noch das passende Oberteil her. 

Die linke Bluse ist ein fertiger Schnitt aus dem Buch Rock’a’Bella von Gretchen Hirsch. Sie erklärt in dem Buch sehr gut wie sich Schnitte im Laufe der Zeit verändert haben, wie man mit echten Vintageschnitten umgeht und wie man aus verschiedenen Rock- und Oberteilschnitten Kleider „zusammensetzt“. Wie man vielleicht zwischen den Zeilen lesen kann, bin ich ziemlich angetan davon. Außerdem war der Blusenschnitt super einfach und eine tolle Sache wenn man schnell Erfolge sehen will.

Ein bisschen aufwändiger, aber dafür auch optisch spannender ist dann die rechte Version der Bluse. Hierfür habe ich den Schnitt aus dem Buch ein wenig verändert, was ich im Folgenden so genau wie möglich erläutern werde.

Zunächst muss der Schnitt angepasst werden. Im Rückenteil gibt es keine Veränderungen, es wird normal im Stoffbruch zugeschnitten.

Im Vorderteil wird die vordere Kante um 1 cm verlängert, damit sie später über Ihren gegenüberliegenden Partner hinausragt und man die Bluse knöpfen kann. Nach unten, damit man die beiden Vorderteile zusammenbinden kann, wird die Kante um 20 cm verlängert und dieser Spitz in einer gleichmäßigen Rundung zur Mitte des Schnitteils wieder an die originale Saumkante herangeführt. Die Pfeile zeigen im Bild die Richtung der Änderungen an.

Nun können die Seiten- und Schulternähte geschlossen und versäubert werden.

Mit einem 2,5 cm Schrägbandformer habe ich aus Stoffresten den hellblauen Besatz gemacht. Hierfür schneidet man aus dem jeweiligen Stoff 5 cm breite Streifen, die man dann mit Hilfe eines Bügeleisens zu Schrägbändern faltet. Mit diesen Bändern zuerst die mittleren Kanten des Vorderteils einfassen und dann den Kragen.

Zum säumen der Armausschnitte und der unteren Kante, habe ich erst alles mit der Overlock versäubert (geht auch mit Zickzackstich) und dann knapp umgenäht. An den Zipfeln unten, muss man das Ende schräg abschneiden, damit nach dem Umnähen eine Spitze entsteht.

Zu guter Letzt die Knöpfe. Ob man Druckknöpfe nimmt und diese zwischen den Lagen versteckt, oder kleine weiße normale Knöpfe mit Knopflöchern, kommt auf den Geschmack und die Geduld an.

Ich freue mich auf jeden Fall immer wieder wenn ich einen schon bestehenden Schnitt mit ein paar Bleistiftstrichen zu einem neuen Teil verwandeln kann, damit sich die Mühe beim ausrädeln gleich doppelt gelohnt hat und die Kiste mit fertigen Schnitten nicht endgültig überquillt. Vielleicht geht es da ja nicht nur mir so.

In diesem Sinne, viel Spaß beim ausprobieren.

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